Rasterarten

Mit der Verbreitung der Fotografie kam für die Drucktechnik die Herausforderung auf, auch fotografische Aufnahmen reproduzieren zu können. Fotografien sind Halbtonbilder. Wenn man ein Halbtonbild ohne irgendeine Änderung auf eine Druckform übertragen würde, könnte man die feinen Tonwertunterschiede nicht drucken, da die Druckverfahren lediglich zwei Tonwerte darstellen können, nämlich bedruckte und unbedruckte Bildstellen. Eine Druckmaschine kann an den einzelnen Bildstellen nicht »viel Farbe« oder »wenig Farbe« drucken,  sondern lediglich »Farbe« oder »keine Farbe«. Wenn man Halbtonabstufungen,also Zwischenwerte reproduzieren will, bedarf es daher einer Manipulation der Tonwerte des Ausgangsbildes. Diese Manipulation besteht im so genannten »Rastern«.

 

FM-Raster (Frequenzmoduliertes Raster)

  • Beim frequenzmodulierten Raster (FM-Raster) werden die Rasterpunkte nicht in einer festen Gitterstruktur angeordnet, sondern per Zufallsprinzip (Algorithmen) verteilt.
  • Es zeichnet sich durch unregelmäßige Anordnung der Punkte, unterschiedliche Abstände zwischen den Punkten sowie insgesamt kleinere Punktgrößen aus.
  • Beim FM-Raster sind die Punkte immer gleich groß und die Helligkeit wird durch die Anzahl der Punkte gesteuert. Je dunkler eine Fläche ist, umso mehr Punkte werden gedruckt
  • Wo viel Farbe gebraucht wird, gibt es viele Punkte und umgekehrt.
  • Dadurch das es beim FM-Raster keine fixe Struktur gibt, fällt der gefürchtete Moiré Effekt¹ weg.
  • Es wird bei gestochen scharfen Darstellungen verwendet. Die Wiedergabe ist fotorealistisch
  • Das Frequenzmodulierter Raster wird hauptsächlich für Kunstdrucke und hochquali-tative Printprodukte, wie Stoffdrucke, Tapetendruck, Broschüren für Uhrenhersteller, Automobil-Kataloge etc. verwendet

FM-Raster

äpöojäppö
Vorteile des FM-Raster
  •   hohe fotorealistische Bildwiedergabe
  •   detailreiche Darstellung von Abbildungen
  •   Hohe Detailaufösung
  •   absolute Moiréfreiheit ¹
  •   kein Sägezahneffekt
  •   hohe Stabilität des Fortdrucks
  •   schnellere Trocknung und dadurch kürzere Wartezeit bis zum Beginn der Weiterverarbeitung

 

Nachteile des FM-Raster
  •   Angelieferte Daten sind in der Regel nicht für FM-Raster aufbereitet (Bildauflösung)
  •   Mangelnde Scanretusche (Flusen, Haare, Kratzer) wird sofort und deutlich sichtbar!
  •   Unruhe in gleichmäßigen Rasterflächen möglich
  •   Bei feinen Mustern können Passerschwankungen zu stärkerem Farbschillern führen
  •   Nachträgliche Farbkorrektur an der Maschine nur bedingt möglich
  •   FM-Raster sind viel empfindlicher gegenüber Belichtungsfehlern.
  •   Wiedergabe größerer gleichmäßiger Farbflächen ist schwierig
  •   Höhere Tonwertzunahmen
  •   Einzelne Proofverfahren können die Qualität der FM-Rasterung nicht optimal ausgeben.

 

AM-Raster (Amplituenmouliertes Raster)Rasterwinkelung-winkel1

  • Bei der AM-Rasterung sind die einzelnen Raster-punkte unterschiedlich groß, stehen von  Raster-mittelpunkt zu Rastermittelpunkt aber im gleichen Abstand (Rasterweite).
  • Das heißt, die Fläche wird in eine feste Anzahl von Rasterpunkten geteilt.
  • Farbton und Helligkeit werden über die Größe des Rasterpunktes (Amplitude) bestimmt.
  • Bei der  Rasterung werden die Rasterpunkte der Farben in festgesetzten  Winkeln angeordnet
  • Der Winkel der visuell auffälligste Farbe – meistens schwarz – wird auf 45° gedreht. Gelb – die visuell unauffälligste Farbe – wird auf 0°, da dieser für das menschliche Auge am auffälligsten ist, gewinkelt. Die Winkel der anderen Farben sind um 15° (Cyan) und um 75° (Magenta) im Uhrzeigersinn gedreht.
  • Sie bilden sichtbare Rosetten. Dadurch kann es gerade bei detailreichen Abbildungen wie z.B.  Uhren, Mode, Landschaften, Landkarten, etc. zu einer ungewollten Moirébildung kommen.
  • Das AM-Raster gibt es in zwei verschiedenen Ausführungen, die runde und die elliptische Punktform.

AM Raster

Vorteile des AM-Raster
  • Bei nicht optimalen Bilddaten kann in der Druckmaschine farblich gegengesteuert werden
  • Seit Jahrzehnten bewährtes Rastersystem
  • Prozess wird beherrscht, ist in Druckmaschine einfacher steuerbar als FM-Raster
  • Technische Rasterflächen sind im Druck ruhiger als bei FM-Raster
  • Sehr feine Rasterweiten möglich, ist dann vergleichbar mit dem FM-Raster in Punkt Detailgenauigkeit

 

Nachteile des AM-Raster
  • Durch regelmäßiges Rastermuster ist Moiré mit kritischen Bildern wie Stoffen, Gitter usw. möglich
  • Wegen Rasterabstand von 30 Grad sind eigentlich nur drei Farben möglich; weitere Farben ergeben zwangsläufig ein Moiré
    • =>  Mehr als vier Druckfarben rasterwinkelbedingt nicht möglich

 

Hybrid-Raster (XM-Raster)

  • Das Hybrid-Raster ist eine Kombination aus konventioneller Rasterung (AM) und frequenzmodulierter Rasterung (FM).
  • Im Mitteltonbereich handelt es sich um ein konventionelles Raster, das sich in den Lichtern und Tiefen fließend zu einem frequenzmodulierten Raster wandelt.
  • Die Hybrid-Raster verbinden somit die Vorteile amplitudenmodulierter und frequenzmodulierter Raster

Hybridraster

Vorteile des Hybridrasters
  •  Hohe Detailzeichnung für technische Produkte
  •  Moiré und Rosetteneffekte unter Sichtbarkeitsgrenze
  •  Stabile Produktion von Lichtern und Tiefen durch die Vermeidung von Spitzpunkten
  •  Flächen in Lichtern und Tiefen wirken glatt

 

Nachteile des Hybridrasters 
  •  Nicht auf allen Bedruckstoffen einsetzbar
  •  Gestrichene Oberflächen notwendig

Vergleich

Vergleich-AM-FM-Raster-bearbeitet

 AM-Raster                         FM-Raster

 

¹ Moire´- Effekt: Falsche Rasterwinkelung führt in der AM Rasterung zu einem Moiré. Dies ist ein Muster, das durch die Überlagerung der regelmäßigen Rasterstruktur der einzelnen Farben ent-      steht.

Unbenannt

Comments

  1. Die Beispielbilder im tif-Format können nicht im Internet Explorer (8) angezeigt werden. Diese sollte man besser im png- pder jpg-Format speichern.

  2. Ein wahrhaft helfender Text. Meine Azubis und Azubinen konnten dank dem Internet und Texten, wie diesen ihre Prüfung bestehen. Für sowas sollte man eigentlich Geld bezahlen.

Speak Your Mind

*