Johannes Gutenberg

Biographische Daten

Johannes_Gutenberg

Johannes Gutenberg

Es sind nur wenige Dokumente vorhanden, die über den Lebenslauf Gutenbergs Auskunft geben. Auch sein Ge-burtsdatum ist nicht bekannt. Verschiedene Berechnungen weisen auf einen ungenauen Zeitraum von 1393 bis 1403. Im Jahr 1900 wurde dann 1400 als Geburtsjahr festgelegt.

Henne Gensfleisch ist Gutenberg´s  eigentlicher Name. Aus Henne entwickelte sich der heutige Name Johannes und den Namen   Gutenberg kommt wohl durch seinen Geburts-ort  „Hof zum Gutenberg“.

Im Jahre 1411 zogen viele Patrizier – das war ein Adelsgeschlecht, zu dem auch Gutenberg´s Familie ge-hörte – wegen den immer stärker werdenden Auseinan-dersetzungen mit den Zünften  kurzfristig aus Mainz aus. Auch Gutenbergs Familie verließ die Stadt.

Nach der Rückkehr nach Mainz verlässt er vermutlich 1428 die Stadt abermals und geht nach Straßburg.

Man weiß nicht, was Gutenberg zwischen 1444 und 1448 getan hat. Erst im Oktober 1448 lässt er sich wieder in Mainz nachweisen. An diesem Tag nahm er einen Kredit von 150 Gulden bei seinem Vetter auf. Des weiteren erhielt er 1449 von dem Geschäftsmann Johannes Fust einen Kredit von 800 Gulden und baute eine Druckerei auf.

Um 1450 waren seine Experimente soweit fortgeschritten, dass er mit dem Satz und Druck von einzelnen Blättern und auch umfangreichen Büchern beginnen konnte.

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Johannes Fust

1452 gab Fust ein zweites Darlehen von 800 Gulden. Das war für das gemeinsame, sogenannte‚ Werk der Bücher‘, wie sie den Druck der 42-zeiligen Bibel  bezeichneten, gedacht. Kurz vor Beendigung des Bibeldrucks kam es zum Streit zwischen Fust und Gutenberg. Fust ging 1455 vor Gericht.

Fust gewann und Gutenberg musste die gesamte Werkstatt und die Hälfte der Bibelexemplare an ihn abtreten. Danach führte Fust die Werkstatt mit der Hilfe eines ehemaligen Gesellen Gutenbergs, Peter Schöffer, weiter. Auch Gutenberg arbeitete in einer kleineren Druckerei.

 

Peter Schöffer

Peter Schöffer

1457   In der Druckerwerkstatt Fust-Schöffer wird der Mainzer Psalter als erstes Beispiel eines Dreifarbendrucks vollendet.

Erst 1465 erhielt Gutenberg zum ersten und einzigen Mal in seinem Leben Anerkennung für seine Leistung. Der Bischof von Mainz würdigte seine Verdienste, ernannte ihn zum Hofmann und ließ ihm materielle Vergünstigungen zukommen. So verbrachte Gutenberg in sozial gesicherter Stellung seinen Lebensabend. Am 3. Februar 1468 starb er mit ca. 68 Jahren in Mainz.

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Das  ‚Werk der Bücher‘ – die 42-zeilige Bibel42-zeilige-Bibel

Wie schon beschrieben fing er ca. 1452 mit dem ‚Werk der Bücher‘ an, also der Bibel, dem wichtigste Buch im gesamten Mittelalter.

Bei der Gestaltung der Bibel wollte Gutenberg die Handschrift in allen Aspekten nachmachen. Da es in dieser Zeit als unmöglich galt, dass ein gedrucktes Buch genauso perfekt sein könnte, wie ein handgeschriebenes.

Ein paar Zahlen …

Die Bibel umfasst insgesamt 1.282 Seiten. Es wurden schätzungsweise 180 Exemplare angefertigt, 40 auf dem teuren Pergament und 140 auf Papier. Hierfür mussten ca. 100.000 Typen gegossen werden. Zwölf Drucker arbeiteten zeitweise an sechs Pressen; dazu kamen noch Hilfskräfte für das Einfärben, Bogenanlegen usw… Für den Druck der 180 Bibeln wurden ca. drei Jahre benötigt – ein Zeitrahmen, in dem zuvor ein Schreiber eine einzige Bibel abgeschrieben hatte.

Layout und Gestaltung

Der Text wurde vollständig gedruckt, ohne farbige Ausschmückung. Danach gingen allerdings die Rubrikatoren und Illuminatoren ans Werk, um den Druck wie eine Handschrift erscheinen zu lassen.

  • Die Rubrikatoren hoben durch feine rote Striche heilige Namen und Wörter hervor oder betonten einzelne Großbuchstaben zu betonen.
  • Die Illuminatoren schmückten Texte mit Initialschmuck und Rankenwerk, wofür beim Druck je nach Bedeutung der Platz von 2 bis 10 Zeilen freigehalten wurde. Die Käufer konnten selbst bestimmen, wie Ausschmückungen aussehen sollten. Auf diese Weise war jede Bibel ein Unikat.

Bei den ersten Seiten experimentierte Gutenberg noch mit der Anzahl der Zeilen pro Kolumne. Er begann mit 40 Zeilen, steigerte die Zeilen beim Blatt 5 auf 41, und ab Blatt 6 blieb er bei 42 Zeilen. Dadurch entstand der  Fachbegriff ‚B 42‘ für diese Bibel.Denkmal

 Die Skulptur Der moderne Buchdruck, zur Erinnerung an dessen

Erfinder Gutenberg auf dem Berliner Walk of Ideas 2006

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